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"10 der am häufigsten
geäußerten Behauptungen zu PRISMENBRILLEN -
und Entgegnungen eines Diplom-Ingenieurs für Augenoptik (FH)"
Der Autor
ist Diplom-Ingenieur für Augenoptik (FH) und hat von Mai 1980
bis August 1983 eine Augenoptiker-Gesellen-Ausbildung mit Gesamt-Note
"gut" absolviert und von 1985 bis 1989 in Aalen an der
Fachhochschule Augenoptik studiert mit der Abschlußnote "sehr
gut". Er ist seit 1998 selbständig, und hält zahlreiche
Vorträge im deutschsprachigen Raum für die "Wissenschaftliche
Vereinigung für Augenoptik und Optometrie", für die
"Internationale Vereinigung für Binokulare Vollkorrektion"
(schon 1983 Mitgliedschaft) sowie für die Firma Carl Zeiss.
Er nimmt an zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen zu dieser Thematik
in jedem Jahr teil, und "bleibt am Ball".
Seit über
25 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema "Prismenbrillen":
Er selber hat tausende ausgemessen und angepasst (die betriebsinterne
Zeiss-Statistik konstatiert "über 50%" aller seit
1998 angefertigten Brillengläser). Da von den "Prismenbrillen-Gegnern"
nur immer wieder dieselben "Behauptungen" geäußert
werden, wurde der Versuch unternommen, eine Auflistung dieser Behauptungen
zu erstellen mit entsprechenden "Entgegnungen". Es möge
bitte als Diskussionsgrundlage angesehen werden, und nicht als "Rechthaberei"
(daher wurde bewusst nicht das Wort "Richtigstellung"
verwendet). Das Ziel ist eine offenere, ehrlichere Diskussion und
Austausch über dieses Thema. Wer in täglichem Kontakt
mit "Brillennutzern" ist, ist sich bewusst, um WEN es
IN WIRKLICHKEIT geht: Menschen, oft noch sehr jung (unter 10 Jahren),
die unter erheblichen Sehproblemen und ihren Auswirkungen LEIDEN.
Sie alle möchten HILFE, suchen diese mehr oder weniger bewusst
(natürlich in DEM Alter vorrangig die Angehörigen), und
haben doch in unser "zivilisierten Gesellschaft" ein Anrecht
auf Unterstützung. Daß diese Betroffenen nicht nur zwischen
die Diskussionsfronten geraten, - dazu soll dieser Artikel beitragen.
GERNE können
Sie eine email zu den Punkten schicken: Jede email wird beantwortet.
Bei der
Wahl der Nomenklatur wurde versucht, zuerst den Fachbegriff zu verwenden,
um dann in Klammern eine Definition zu geben, die auch ein augenoptischer
Laie nachvollziehen kann.
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1. Behauptung:
"Ein Augenoptiker, der Prismen verordnet, überschreitet
seine Kompetenz"
1. Entgegnung, Teil 1: Wer legt denn den Begriff "Kompetenz"
fest? Ist es nicht anmaßend, einen Augenoptiker, der sich
seit über 25 Jahren damit beschäftigt, der tausende von
Prismenbrillen angefertigt hat, und Scharen von glücklichen
Kunden hat, als "inkompetent" zu bezeichnen? Warum wurde
bis hin zum Bundesgerichtshof die Kompetenz der Augenoptiker in
Sachen "Prismenbrillen" IMMER wieder bestätigt? Warum
wurde, wenn er denn seine Kompetenz tatsächlich überschreiten
würde, noch nicht EIN Augenoptiker verurteilt zu Strafe oder
Unterlassung? Soll unterstellt werden, daß deutsche Gerichte
tatsächlich SO schlecht arbeiten?
Mit diesem Thema verwandt ist auch die Behauptung Nr. 10: "Deutsche
Gerichte haben es Augenoptikern in Deutschland verboten, Prismenbrillen
auszumessen und anzufertigen" Bitte lesen Sie auch dort die
Entgegnung!
1. Entgegnung, Teil 2: Zeigt sich Kompetenz nicht auch in Untersuchungsgenauigkeit?
(Nur der Kompetente weiß doch auch, höhere Meßgenauigkeit
und genauere Messergebnisse auszuwerten und entsprechend umzusetzen
in Korrektionswerte) Wie ist es denn zu erklären, dass PRINZIPIELL
von Ophthalmologen/Orthoptistinnen/Sprechstundenhelferinnen (Ophthalmologe
= aus dem griechischen: Augenheilkundler = "Augenarzt";
Orthoptistin = aus dem griechischen: Person, die für "richtiges
Sehen" sorgt = Sehschul-Mitarbeiterin) KEINE exakten Brillenstärken
bestimmt werden (können?)? In Dutzenden von Gesprächen
und Kontroll-Telefonaten wurde immer wieder bestätigt, dass
die "Helferin" bzw. die Orthoptistin die alte Brille "ausgemessen"
hat - obwohl gar nicht der Augenabstand gemessen worden war VORHER.
Wie aber will ein Mensch, mag er augenoptisch noch so gut geschult
und ausgebildet sein, Brillenstärken ermitteln OHNE den Augenabstand
des Brillenträgers zu kennen? GANZ AUSSER ZWEIFEL ist dies
unmöglich! Es können in einer vorhandenen Brille wohl
an den optischen Mittelpunkten irgendwelche sphäro-zylindrischen
Werte ermittelt werden (sphäre = "Kugel": der Wert
des Brillenglases zB gegen Kurzsichtigkeit; zylindrisch = Wert zur
Korrektur eines Astigmatismus ("Hornhautverkrümmung"));
aber sobald der jeweilige optische Mittelpunkt an anderer Stelle
in der Brille eingearbeitet wurde als exakt (ich rede von 0,1 mm
Genauigkeit! Das ist dank des Video-Infral-Meßsystems der
Firma Carl Zeiss und moderner Werkstatt-Ausrüstung von guten
Augenoptikern heutzutage die Meßgenauigkeit pro Brillenglas!)
der "Hauptdurchblickpunkt" des Brillenträgers sitzt,
resultieren PRISMATISCHE NEBENWIRKUNGEN, die nicht beabsichtigt
getragen wurden/werden. (Es besteht also die Möglichkeit, dass
eine als NICHT-prismatische verschriebene Brille, die auch als "nicht-prismatisch"
dem Kunden ausgehändigt wurde, aufgrund von FERTIGUNGS-UNGENAUIGKEITEN
("Zentrierfehlern") eben DOCH prismatisch ist, - und dass
es jahrelang niemand merkt!!
1. Entgegnung, Teil 3: Ist es nicht aberwitzig, dass diejenigen,
die so vehement GEGEN Prismen einstellt sind, noch nicht mal MERKEN,
dass bei ÜBER 90% der von ihnen SELBST verschriebenen Brillen
UNBEABSICHTIGTE PRISMATISCHE WIRKUNGEN enthalten sind? Die simpelste
Möglichkeit, diese Verhältnisse schon im Vorfeld zu vermeiden,
besteht darin, dass der ausmessende/verschreibende Augenarzt/Orthoptistin/Sprechstundenhelferin
den ABSTAND der Messgläser während der Refraktion ("Augenmessung")
angibt. Doch in 26 Jahren augenoptischer Tätigkeit habe ich
nur ZWEI Verschreibungen gesehen, auf denen vonseiten des Augenarztes/Orhoptistin
angegeben war, in welchem Meßabstand ("PD R-L")
überhaupt gemessen wurde. Oder könnte es DOCH daran liegen,
dass Prismen PRINZIPIELL abgelehnt werden? Aber sollten dann diejenigen,
die GENAU arbeitende Augenoptiker als "inkompetent" beschimpfen,
nicht mit BESSEREM Beispiel vorangehen?
So entsteht in diesem (mittlerweile über 40 Jahre währenden)
Disput der Eindruck, dass gerade DIEJENIGEN Augenoptiker am heftigsten
attackiert werden, die sich in Wirklichkeit am MEISTEN für
die Endverbraucher engagieren - durch ein Höchstmaß an
Präzision bei der Auswahl und Anwendungen der Ausmess-Methoden,
durch den Einsatz bester Zentrier-Apparaturen, durch Fachartikel-Veröffentlichungen
zu diesem Thema (Fachzeitschriften wie "Optometrie", "IVBV-News",
internet sowie in öffentlichen, endverbraucher-orientierte
Printmedien wie "leer-aktuell")?
Andersherum gefragt: Wie ist es zu erklären, dass diejenigen,
die so vehement "Prismenbrillen" ablehnen, so WENIG dafür
tun, dass ungewollte Prismen nicht eingearbeitet werden bzw. nicht
toleriert werden? Ist es so viel Mühe nicht wert, um des Augen-Wohles
des Patienten willen, den ABSTAND der Meßbrille, den diese
während der Refraktion zu messen und mit aufzuschreiben? ("Meßbrille"
wird bei um Genauigkeit bemühten Augenärzten/Orthoptistinnen
vorausgesetzt: ist sie doch seit Jahrzehnten bewährt, und in
immer weiter verbesserter technischer Genauigkeit käuflich
zu erwerben u.a. von Carl Zeiss: "Carl Zeiss Präzisions-Universal-Meßbrille";
wesentlich ungenauer, aber immer noch gerne verwendet, weil angeblich
"schneller" ist der sogenannte "Phoropter" (schweres,
ungenaues Meßmittel, hinter dem man sehr zwanghaft sitzen
muß, und bei dem nicht kontrolliert werden kann, WO GENAU
die Augen des Probanden durchgucken und in welchem Abstand vom Gerät!)
Genaue Augenoptik kann unter Einsatz eines Phoropters nicht funktionieren,
da prismatische Nebenwirkungen unvermeidbar sind (das wurde schon
1985 im Anfang des Studiums an der Fachhochschule Aalen sehr akribisch
nachgewiesen).
Wäre es nicht RICHTIG herum, dass ERST der Augenabstand des
Menschen ermittelt wird, und DANN die Brillenglasstärken DEMENTSPRECHEND
ausgemessen werden? Würden auf diese einzig exakte Art und
Weise von Augenarzt/Orthoptistin Brillen von irgendwelchen "Billig-Anbietern"
kontrolliert auf resultierende optische Wirkungen: Es würden
so manchem die Haare zu Berge stehen!!!
Entgegnung1, Teil 4: In erschreckend zunehmendem Maß wird
bei immer mehr Patienten, die am "Grauen Star" operiert
wurden, BEWUSST Anisometropien in kauf genommen (oder sogar BEWUSST
erzeugt??) durch entsprechend unterschiedliche Dioptrien-Werte der
ausgewählten Implantat-Linse. ("Anisometropien" =
Ungleichsichtigkeit: unterschiedlich starke Dioptrien-Werte zwischen
dem rechten und dem linken Auge - was bei ALLEN Menschen zu Schwierigkeiten
wie Kopfschmerzen, Anstrengungsbeschwerden, schneller-müde-sein
bis hin zu heftigen Doppelbildern führen kann) BESONDERS ärgerlich
ist es, weil alle diese Menschen, die nach der Operation keine eigene
Linse(n) mehr haben, ja nicht mehr auf unterschiedliche Entfernungen
akkommodieren ("Scharf-stellen der Augen") können,
und somit auf Gleitsicht angewiesen sind. Und ausgerechnet bei ALLEN
Mehrstärken-Brillengläsern (Zweistärken-, Dreistärken-
und Gleitsicht-Brillengläsern) tauchen dann schwer vermeidbare
NEBENWIRKUNGEN auf, die zu den oben beschriebenen Problemen führen.
Es handelt sich hierbei um PRISMATISCHE WIRKUNGEN, die vonseiten
der operierenden Augenärzte entweder nicht-wissentlich oder
aber sogar BEWUSST in Kauf genommen werden. (Wenn einige wenige
betroffene Patienten dann nach der BEGRÜNDUNG für dieses
optisch fatale Vorgehen fragen, kommt immer nur die EINE Antwort:
"Das machen wir so, damit Sie nicht mehr so häufig eine
Brille brauchen". Eine Antwort, die mir als Diplom-Ingenieur
für Augenoptik die Zornesröte ins Gesicht treibt: Kann
es sein, dass BEWUSST die Fähigkeit, räumlich zu sehen,
VERSCHLECHTERT wird, nur aus dem läppischen Motiv her, der
Patient soll weniger Brille tragen?? Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit
der Folgen???
Entgegnung 1, Teil 5:
Bitte beachten Sie auch "Reizthema Winkelfehlsichtigkeit"
am Ende dieser 10-teiligen Veröffentlichung. Ergänzung
zu dem dort veröffentlichen Punkt 6 seitens des Augenarztes:
Wie Sie unter "Entgegnung 6, Teil 4" lesen können,
wird von Dem Augenoptiker Benjamin Walther NICHT nur der "Polatest"
durchgeführt (in Wirklichkeit bezeichnet das Wort "Polatest"
das Messgerät selbst (die "hardware"), die Methode,
nach der mit dem Gerät nach den Empfehlungen der Internationalen
Vereinigung für Binokulare Vollkorrektion gearbeitet werden
soll, nennt sich "Meß- und Korrektionsmethodik nach Hans-Joachim
Haase" (MKH)), sondern eine ganze Reihe von anderen optometrischen
Messungen. Es wird hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass
beim Augenoptiker Benjamin Walther also NICHT nur "ein einziges
Untersuchungsverfahren" angewendet wird.
Zusammenfassung:
Da auf Seiten von Brillen-verschreibenden Augenärzten und Orthoptistinnen
und Arzthelferinnen SO WENIG getan wird, um unbeabsichtigte prismatische
Wirkungen in Brillen zu VERMEIDEN, wieso werden dann diejenigen
so unsachlich verunglimpft, die NACHWEISLICH GENAUER arbeiten, und
prismatische Wirkungen eben NICHT DEM ZUFALL ÜBERLASSEN, sondern
BEWUSST und EXAKT messen?
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2. Behauptung:
"Kinder, die Prismenbrillen bekommen, werden davon abhängig"
2. Entgegnung: Ist es eine "zwanghafte" Abhängigkeit
oder ist es nicht vielmehr eine FREUDE an der Brille, so dass sie
GERNE getragen wird? Ist es nicht besser, von einer BRILLE "abhängig"
zu sein als von Kopfschmerztabletten?
Wieso empfiehlt im Mai diesen Jahres eine praktizierende Kinderärztin
in Ostfriesland, eher Ritalin zu nehmen als eine Prismenbrille zu
tragen? Bitte lesen Sie die Erfahrungsberichte der betroffenen Eltern-Teile
von Kindern, denen es so ging - unter Punkt
..
Ist nicht auch manch alter Mensch "abhängig" von
seinem Herzschrittmacher, von seinem Hörgerät, von der
Zahnprothese? Sind nicht viele von uns "abhängig"
von ihrem morgendlichen Kaffee, dem PC, der Arbeit
.?
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3. Behauptung:
"Prismen von Augenoptikern sind IMMER zu stark ausgemessen"
3. Entgegnung: Wer legt den Maßstab fest, was "zu stark"
ist, und was "genau richtig" ist? Muß, bevor ein
solches Urteil gefällt wird, nicht erst mal geklärt werden,
nach welcher Meßmethodik vorgegangen wurde? Zählt am
Ende nicht vielmehr, wie es dem Betroffenen GEHT mit der Brille?
Ist es Betroffenen nicht völlig egal, ob "zu stark"
oder "zu schwach" oder "genau richtig", - wollen
die nicht nur "besser sehen und weniger Probleme haben"?
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4. Behauptung:
"Prismen dürfen nur vom Augenarzt verordnet werden, weil
nur DER die Augen "weit" tropfen darf"
4. Entgegnung Teil 1: In dieser Behauptung steckt nur ein TEIL Wahrheit:
In Deutschland ist es tatsächlich per Gericht den Augenärzten
vorbehalten, die Augen "weit" tropfen zu dürfen -
in anderen Ländern (zB allen angelsächsischen Ländern)
sieht das schon ganz anders aus. Was ist denn dieses "Weit-Tropfen"
anderes als eine künstliche Lähmung eines Teils der Augenmuskeln
für eine gewisse Zeitlang? Diese Lähmung soll eine zu
starke "Akkommodation" vermeiden helfen, - es wird von
den Befürwortern dieser Methode angenommen, dass dadurch ein
"genauerer Wert" zu ermitteln sei. Alle, die diese "Tropf-Methode"
anwenden, werden zugeben, dass PRINZIPIELL ein höherer Wert
gemessen wird auf diese Weise als später verordnet wird. Das
ist der erste Punkt, an dem Ungenauigkeiten entstehen. Es wird dann
altersabhängig ein "Schätzwert" in Abzug gebracht,
und gehofft, dass es dann passt. Oftmals wird der Patient bzw. die
Angehörigen gebeten, nach kurzer Zeit (3-6 Monate) nochmals
"zur Kontrolle" zu kommen, - denn dann müssen oftmals
wieder ANDERE Werte verschrieben werden. Erinnert das nicht ein
bisschen ans "Schätzen"? Kann es sein, dass von Ophthalmologen
und Orthoptistinnen diese Methodik selbst bei Kindern angewendet
wird, die schon lange alt genug sind, um "subjektiv" befragt
werden zu können (die also regulär in einer Augenglasbestimmung
gefragt werden könnten, mit welchem Glas sie denn jetzt besser/schlechter
sähen)?
Entgegnung 4, Teil 2: Es wird später noch eingefügt an
dieser Stelle ein Fachartikel von Herrn Dr. Fritz Gorzny aus Koblenz,
der nach 30-jähriger Facharzttätigkeit nachwies, dass
die "unter Tropfenwirkung gemessenen Werte" UNWESENTLICH
abwichen von den "subjektiv gemessenen". Wieso also dann
diese "Verteufelung" von subjektiven Meßmethoden?
Kann der Grund sein, dass der Zeitaufwand gescheut wird, gerade
auch JÜNGERE Menschen so intensiv auszumessen? Mein Wunsch,
ja meine BITTE ist daher: Mögen doch die Augenheilkundler IHREN
Beruf ausüben - nämlich die HEILKUNDE: Liegen KRANKHEITEN
vor? Wenn ja, wie muß therapiert werden? Aber das AUSMESSEN
der Augen und das Bestimmen von Sehhilfen, mit denen der Endverbraucher
besser gucken kann, - möge das doch bitte in der Hand von GUTEN
Augenoptikern bleiben!
Entgegnung 4, Teil 3: Bitte lesen Sie zu diesem Punkt auch "Reizthema
Winkelfehlsichtigkeit", Punkt 8!
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5. Behauptung:
"Prismenbrillen machen krank"
5. Entgegnung: Diese Aussage fand sich mit Datum 17.02.2003 auf
der homepage des Bundesverbandes der Augenärzte www.augeninfo.de
.
Sehr geehrter Leser: WENN dem tatsächlich so WÄRE - hätte
dann nicht schon lange dafür gesorgt werden müssen, dass
"Prismenbrillen-Macher" hinter Gitter kommen? Hätte
dann nicht schon LÄNGST ein oder mehrere Prozesse stattgefunden,
(wir leben schließlich im prozeßfreudigen Deutschland!)
und es wäre richterlich festgestellt worden, dass Prismenbrillen
einer Körperverletzung ähneln oder gar gleichkommen -
vielleicht sogar einer VORSÄTZLICHEN Körperverletzung?
Stimmt es nicht verwunderlich, dass ein solcher Prozeß niemals
stattfand? Unter Punkt xxx finden Sie ja einige Gerichtsurteile,
die sich mit der Thematik befassen.
Erlauben Sie mir folgende Hypothesen: a) Entweder sind diejenigen,
die von dieser Behauptung überzeugt sind, und nicht selbst
ALLES in Bewegung gesetzt haben, um dieses "Krank-machen"
abzustellen selbst der fahrlässigen Duldung von Körperverletzung
schuldig, ODER b) Die Behauptung entspricht nicht den Tatsachen,
und das haben die verschiedenen Gerichte, die zu diesem Thema angerufen
wurden, genauso gesehen und erkannt und verkündet.
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6. Behauptung:
"Prismen: Alles nur Geldschneiderei!"
6. Entgegnung Teil 1: Was kosten denn Prismen mehr? Zwischen 23
und 60€ - je nach Glasart. Ist es bei SOLCHEN Beträgen
angemessen, von "Geldschneiderei" zu sprechen? Wenn denn
tatsächlich NUR pekuniäre Interessen das Motiv wären,
wieso wird dann eine Augenglasbestimmung, die um eine Stunde dauert,
nur mit 58€ in Rechnung gestellt? Ist das nicht angesichts
der zahlreichen Messungen ein sagenhaft niedriger Preis? Oder ist
EIN Handwerkermeister (nicht zu sprechen von Diplom-Ingenieuren!)
zu haben für eine qualifizierte Tätigkeit mit dem Einsatz
hochpräziser Meßinstrumente, die eine Stunde in Anspruch
nimmt, für WENIGER als 58€??
Entgegnung 6, Teil 2: Ist nicht schon lange bekannt, dass die MEISTEN
Ophthalmologen (noch!) die Prismen-Messungen ablehnen? War Augenoptikern
nicht schon lange klar, dass "wer Prismen misst, weniger Freunde
unter Augenärzten hat als einer, der KEINE Prismen misst"?
Also muß doch ein "prismen-messender Augenoptiker"
mit MEHR Widerstand seitens der Ophthalmologie rechnen als einer,
der NICHT Prismen anpasst, oder? Wird nicht daher von seiten der
meisten Augenärzte eher ein "Optiker" empfohlen,
der KEINE Prismen ausmisst? Also dürfte doch klar sein, dass
"Prismen-Ausmessen" indirekt zu weniger Kundenempfehlungen
von seiten der meisten Augenärzte führt, und damit zu
Umsatz-Einbußen eher als -Zuwächsen, oder nicht? Aber
DAS beweist doch, dass eben KEINE Geldgier im Vordergrund steht!
Entgegnung 6, Teil 3: Ist nicht schon lange bekannt ("Sonntagsreport"),
dass alleine in Leer ein namentlich bekannter Opthalmologe komplett
ungeniert und GEGEN GELTENDES RECHT verleumdet, verunglimpft, gezielt
(!) Kunden verunsichert und ihnen nahelegt, sich lieber einen "anderen
Optiker" zu suchen? Wieso werden außerdem von diesem
Opthalmologen gezielt Visitenkarten von einem Brillengeschäft
verteilt, das diesem praktizierenden Augenarzt gehört laut
Handelsregistereintrag? Auf welcher Seite ist denn nun "Geldschneiderei"
zu beklagen?
Wäre es daher Augenoptikern, die sich bemühen, auch bei
KINDERN passende und gute Brillen anfertigen zu können, tatsächlich
NUR UMS GELD gegangen, hätten sie mit Sicherheit NIEMALS damit
auch nur ANGEFANGEN!
Entgegnung 6, Teil 4: Wieso wird von beschriebenem Augenarzt vielen
namentlich und persönlich bekannten Kunden folgendes gesagt:
"Der Walther ist der teuerste Optiker Norddeutschlands und
Sie sollten sich besser einen anderen Optiker suchen!"
a) Wer eine solche Aussage macht, hat offensichtlich von BWL noch
NICHTS verstanden (BWL = Betriebswirtschaftslehre): Da es alleine
in Leer 8 Augenoptikergeschäfte gibt, wäre ein überhöhtes
Preisniveau, was den Leistungen bzw. den Produkten nicht angemessen
wäre, wohl kaum realisierbar. b) Grenzt eine solche Unterstellung
nicht an Böswilligkeit, - da dem "Menschen im weißen
Kittel" primär erst mal geglaubt wird?
c) Seit 1998 bietet "Der Augenoptiker Benjamin Walther"
in der Mühlenstraße 27 in Leer sämtliche Dienstleistungen
und Produkte zu den ganz offiziellen "empfohlenen Verkaufspreisen
der Firma Carl Zeiss" an. Diese Preise lassen sich im internet
oder auch bei Verbraucherzentralen kontrollieren.
d) Außerdem werden für nur 58€ folgende Teile einer
Augenglasbestimmung durchgeführt (ein vergleichbares Angebot
müssen Sie LANGE suchen!):
1-24 Anamnese:
24 Fragen
25 Pupillen-Distanz-Messung (0,1 mm Genauigkeit, modernstes und
genauestes Messinstrument weltweit, "Carl Zeiss Video-Infral®"
26 Visus sc bzw. Visus alt R
27 Visus sc bzw. Visus alt L
28 Amsler-Test R
29 Amsler-Test L
30 glaucom-Winkelbetrachtung R, L
31 cat? Ggf Fotos oder Film!
32 Tränenfilm-Quantität
33 Tränenfilm-Konsistenz, ggf. Beratung!
34 Transparenz der optischen Medien; ggf. Pigment-Flecken-Fotos
und/oder Film
35 Direkte Ophthalmoskopie R: Papillenform
36 Direkte Ophthalmoskopie R: 4 Blutgefäß-Durchblutungsbilder
37 Direkte Ophthalmoskopie R: Stern-Suche - exzentrische Fixation?
Foto/Film?
38 Direkte Ophthalmoskopie L: Papillenform
39 Direkte Ophthalmoskopie L: 4 Blutgefäß-Durchblutungsbilder
40 Direkte Ophthalmoskopie L: Stern-Suche - exzentrische Fixation?
Foto/Film?
41 Skiaskopie R
42 Skiaskopie L
43 Pupillenreaktion R
44 Pupillenreaktion L
45 Hirschberg-Test
46 cover L
47 uncover L
48 cover R
49 uncover R
50 Motililtäts-Prüfungen in 8 Blickrichtungen bei beiden
Augen
51 nearpoint-break-up-Test
"Refraktion"
52 BSG
R
53 cyl R - Achse und Stärke
54 BSG L
55 cyl L - Achse und Stärke
"MKH"
56 Kreuz
57 Zeiger vertikal
58 Zeiger horizontal
59 Haken
60 Stereotest
61 Valenztest
62 Differenzierter Stereotest
63 Random-Dot-Teste
Binokular-Teste
Ferne und Nähe
64 Cowentest
65 Strahlenkranz
66 Nahprüfung Kreuz
67 Nahprüfung Haken
69 Nahprüfung Stereo
70 Nahprüfung Differenzierter Stereotest
71 Nahprüfung Valenz
72 Nahprüfung Cowen
73 Nahprüfung Akkommodationsbreite
74 Fernprüfung Nebelung
75 Fernprüfung Raumkorrektion
76 Übergang Raum- zur Fernkorrektion
77 Schärfentiefen-Messungen mit diversen Vorhaltern
78 Abklärung der Sehanforderungen aufgrund beruflicher Aktivitäten
79 Rest-Akkommodationsbedarf in WELCHEN Arbeitsentfernungen?
80 Brillenglas-Beratung PRAKTISCH mit Vorführung Nutzen/Nebeneffekte
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7. Behauptung:
"Prismenbrillen führen zu immer stärkeren Prismen,
bis 30% dieser Kinder schließlich operiert werden müssen"
7. Entgegnung Teil 1: Einigkeit herrscht bei allen Fachleuten, dass
"Prismen-Operationen" erst ab mindestens 15 Prismen (Gesamt-Wirkung;
also auf beide Augen verteilt) durchgeführt werden müssen,
weil bis zu diesen Werten die Brillengläser noch tragbar dünn
genug ausfallen. Da sich ja erst ab hohen Prismenwerten eine Augenmuskel-Operation
"lohnt", müssten doch, wenn die Behauptung stimmen
würde, viele Brillengläser mit solchen hohen bzw. ETWAS
schwächeren Werten angepasst werden - bis es schließlich
zur vermeintlich unvermeidlichen OP kommt.
Wieso ist das Gegenteil der Fall? Als die Firma Carl Zeiss zur "Prismenstatistik"
befragt wurde, stellten sich folgende Zahlen heraus:
Von ALLEN
(!) verkauften Brillengläser sind nur 3% mit prismatischer
Wirkung bestellt gewesen (also DOCH keine "Volks-Seuche");
die Verteilung dieser 3 Prozent sieht folgendermaßen aus:

Diese Statistik
wurde freundlicherweise von Herrn Christoph Winter, Entwicklungsabteilung
von Carl Zeiss, zur Verfügung gestellt:
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Christoph Winter
Gesendet: Freitag, 18. Oktober 2002 12:20
An: DerAugenoptiker
Betreff: Antwort: DER AUGENOPTIKER wg Prismen-Statistiken
Hallo,
bis 6 cm/m
65%
über 6 bis 12 cm/m 30%
über 12 cm/m 5%
Die prismat.
Wirkung ist Gesamtwirkung, die auf beide Brillengläser verteilt
wird.
Diese Zahlen
stammen aus 1997, eine kürzliche Überprüfung hat
diese mit minimalen Änderungen bestätig.
Carl Zeiss
Christoph Winter
Entwicklung Brillenoptik
Und wie sehen die Statistik-Werte bei Erwachsenen jenseits der 40
Jahre aus? (Jeder Mensch verliert ab dem 35. Lebensjahr an seine
Anpassfähigkeit an verschiedene Sehentfernungen, deshalb wurden
schon vor über 100 Jahren die ersten Patente auf "Gleitsicht-Brillengläser"
ausgestellt:

Wieso nehmen
die Zahlen selbst bei den noch-nicht-zu-operierenden Prismenwerten
gegenüber den SCHWACHEN Werten drastisch AB statt zu? Wurde
vielleicht DOCH von falschen Voraussetzungen bei dieser Behauptung
ausgegangen?
Teil 2
der 7. Entgegnung: Der Augenoptiker Benjamin Walther hat während
26 Jahren nicht EINEN einzigen Kunden zur Augenmuskel-Operation
weiterleiten oder empfehlen müssen - aufgrund moderater Prismenbestimmungen
statt "hard-core-Prismen-Bestimmung".
Entgegnung 7, Teil 3: Eine in Leer ansässige Orthoptistin gab
die Auskunft, dass aufgrund von zu starken Prismen im Kreiskrankenhaus
Leer in über 25 Jahren nur 3 Menschen operiert wurden, einer
davon hatte sogar noch einen Gehirntumor als PRIMÄRE Ursache.
Teil 4
der 7. Entgegnung: Die Zahl "beinahe 30%" wurde von Herrn
Dr. Mehrle für den Bundesverband der Augenärzte veröffentlicht
unter www.augeninfo.de
Nach der Quelle dieser Zahl befragt, gab er in einem eMail an (ist
im Original beim Verfasser einzusehen), dass sie von Herrn Dr. David
Pestalozzi stamme. Dr. David Pestalozzi war ein Schweizer Augenarzt,
der wie kein anderer vor und nach ihm Prismenbrillen BEFÜRWORTET
hat und für die Anerkennung derselben gekämpft und gearbeitet
hat. Er war also als Augenheilkundler ein starker BEFÜRWORTER
von Prismenbrillen.
Wieso dann diese Zahl von ihm? Es ist sehr einfach zu erklären:
In seiner Praxis
wurden aus dem gesamten deutsch-sprachigen Raum auch alle SEHR komplizierten
Fälle hingeschickt, inklusive derjenigen, die TATSÄCHLICH
operiert werden mussten (weil er damals einer der ganz wenigen war,
die überhaupt schon Augenmuskel-Operationen auf der Basis dieser
Meßmethodik durchführten). Und in SEINER "besonderen
Augenarzt-Praxis" lag der Anteil der Operierten natürlich
viel HÖHER als im Durchschnitt!
Ein Beispiel aus einem ganz anderen Bereich mag das verdeutlichen:
Wenn in Köln zB eine Klinik wäre für Raucherbein-Amputationen,
und deren "OP-Quote" läge bei 83%, dann wäre
es doch absurd, davon zu sprechen, dass "83% aller Raucherbeine
amputiert werden müssen". Wieso wird in derselben Weise
diese Zahl von Dr. Pestalozzi auf "die Allgemeinheit"
übertragen - wider besseres Wissen?
Entgegnung 7, Teil 5: Bitte lesen Sie dazu auch "Reizthema
Winkelfehlsichtigkeit", Punkt 7!
Entgegnung7, Teil 6: Wieso wird beim Thema "Augen-Operation"
mit komplett zweierlei Maß gemessen? Ist es nicht so, dass
VEHEMENT (in der "Ostfriesen-Zeitung" zB fast wöchentlich!)
FÜR Augen-Operationen geworben wird, um "Brille und/oder
Kontaktlinsen loszuwerden"? (Unter www.surgicaleyes.com
wird von Betroffenen berichtet, die liebend gerne eine solche erfolgte
Operation RÜCKGÄNGIG machen würden, wenn es nur ginge
)
Und wird nicht auch manchmal noch bei sehr GUTER Sehleistung zur
"Grauen-Star-Operation" regelrecht gedrängt? Wenn
das EINE so schlimm sein soll (dauert im Regelfall auch nur 20 Minuten),
wieso wird das ÄHNLICHE so heftig propagiert?
Entgegnung 7, Teil 6: Bitte lesen Sie einen Fachartikel zu diesem
Thema, in dem GENAU DANACH untersucht wurde, ob denn die Prismenstärken
immer mehr zunehmen (das GEGENTEIL stellte sich heraus!):
Bitte
klicken Sie hier um die Auswertung des IVBV- Verlaufsfragebogen
für winkelsichtige Kinder angezeigt zu bekommen
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8. Behauptung:
"Augen werden verwöhnt durch Prismen"
8. Entgegnung: Das ist genauso wahr wie die Behauptung, mit gut
aufgepumpten Fahrradreifen würde ein Kind WENIGER Fahrrad fahren
als mit fast platten. Und genauso wahr wäre dann auch: gutes
Schuhwerk für Wanderungen ist schädlich für die Füße,
das müssen unbequeme Schuhe sein, damit die Füße
sich nicht an gutes Schuhwerk gewöhnen und "faul"
werden.
Womit lernt ein Kind BESSER das Fahrradfahren: mit einem andauernd
wackligen und schlackerigen Fahrradlenker, oder wenn der Lenker
schön fest ist, und das Kind immer sicher sein kann, dass das
Fahrrad auch tatsächlich in die Richtung fährt, in die
das Kind das Rad lenkt?
Wie soll denn ein Kind jemals das Freihändig-Fahren lernen
können mit einem schlabberig montierten Lenker? Oder bei schief
montiertem Vorderrad, auf dem fast keine Luft mehr ist? Ist es nicht
vielmehr so, dass nicht die "Augen verwöhnt" werden,
sondern dass die MUSKELN besser ZUSAMMEN-arbeiten statt dauernd
einander "korrigieren" zu müssen? Selbst bei SCHLAFENDEN
Personen sieht man doch häufig, dass die Augäpfel im Traum
sich schnell oder intensiv bewegen; also kann von einer "Verwöhnung
der Muskeln" doch in Wirklichkeit gar keine Rede sein, - die
Augenmuskeln arbeiten ja nach wie vor weiterhin. Läßt
irgendein Elternteil seinem Kind die Luft von den Reifen ab nach
dem Motto: "Wir wollen mal Deine Beine nicht so verwöhnen,
- strampel ruhig ein bisschen mehr!" Es wird doch nicht weniger
geguckt durch die Prismenwirkungen, sondern die Augen arbeiten besser
zusammen - es macht weniger "Extra-Mühe".
5 weitere Beispiele mögen das noch mehr verdeutlichen:
Bessere Wanderschuhe verführen doch nicht zum WENIGER-Wandern,
sondern es macht viel mehr Freude als mit unbequemen Schuhen!
Wenn bei einem Fahrrad die Reifen schlecht aufgepumpt sind - dann
wird dieses Rad doch mit FEST aufgepumpten Reifen eher noch MEHR
benutzt, und es macht viel mehr Freude, mit diesem Fahrrad zu fahren.
"Verwöhnt" ein außerordentlich leckeres Gericht
den Magen dahingehend, dass man am nächsten Tag keinen Hunger
mehr hat auf "normale Kost"?
"Verwöhnt" ein sehr gutes Konzert zB mit klassischer
Musik dahingehend das Gehör, dass man am nächsten Morgen
schwerhörig ist?
"Verwöhnen" MBT-Schuhe die Füße so sehr,
dass sie irgendwann "operiert" werden müssen?
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9. Behauptung:
"Augenoptiker DÜRFEN bei Kindern gar nicht die Augen ausmessen
und mit einer Brille korrigieren"
9. Entgegnung: Lesen Sie bitte die Ausführungen eines bedeutenden
Funktionaloptometristen aus Norddeutschland:
Die Untersuchung
von Kindern
- Vertrag
vom 30. Juni 1994 zwischen ZVA und dem VdAK/AEV, Anlage 3 - Abgrenzungsrichtlinien
- Heil- und Hilfsmittel-Richtlinien, Abschnitt 55.2
- Vertrag vom 01. April 1994 zwischen ZVA und der PBeaKK, Anhang
zur Anlage 5 - Abgrenzungsrichtlinien
In obigen Dokumenten steht: "Wir sollen Kinder bis zum 14.
Lebensjahr, bei denen noch keine augenärztliche Untersuchung
vorgenommen wurde, für eine zusätzliche medizinische Untersuchung,
an den Augenarzt (FA) verweisen."
Das bedeutet in der Umkehrung, dass wir jedes Kind, welches schon
einmal beim FA war, untersuchen können. Kinder die noch nicht
beim FA waren soll! der AO, es steht nicht muss, zum FA verweisen.
Durch das Wort "soll" ist es eine "Kann-Bestimmung"
und kein zwingendes "muss". Darüber hinaus steht
eindeutig "für eine zusätzliche medizinische Untersuchung".
Das bedeutet, wir dürfen immer refraktionieren, nur wir müssen
gegenüber den Erziehungsberechtigten klar stellen, dass wir
keine medizinische Untersuchung machen und diese im Sinne der Vorsorge
ebenfalls nötig ist.
Zwischen den RVO-Kassen und der Innung SH gab es einen Vertrag vom
13. Dezember 1974 mit einem Anhang: Verpflichtungsschein.
"Mit
der Unterzeichnung dieses Scheines habe ich mich verpflichtet eine
Augenglasbestimmung nicht ohne sachlich gerechtfertigten Grund zu
verweigern."
Das heißt: Wenn ich Kinder refraktionieren kann, dann muss
ich es nach diesem Vertrag sogar tun! Dieser Verpflichtungsschein
muss bis heute immer noch bei einer Neugründung unterschrieben
werden. Sicher gibt es in Niedersachsen einen gleichen Vertrag,
schauen Sie einmal in Ihre Unterlagen.
Bei der Untersuchung von Kindern sind zusätzlich folgende Punkte
zu berücksichtigen:
- Eine eingehende Anamnese (mittels Fragebogen, auf dem die Eltern
bestätigen, dass das Kind bereits beim FA war und welches Ergebnis
die Untersuchung gebracht hat).
- Beurteilung des Entwicklungsstandes des Kindes
- Untersuchung der für das Sehen nötigen Funktionen (Wechselbeziehung
zur Entwicklung beachten)
- Bei der Verordnung ist die Entwicklung und der Stand der Emmetropisierung
zu berücksichtigen.
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Behauptung
Nr. 10: "Deutsche Gerichte haben es Augenoptikern in Deutschland
verboten, Prismenbrillen auszumessen und anzufertigen; daher zahlen
auch die Krankenkassen nur noch, wenn ein Augenarzt die Prismenbrille
verschreibt"
Entgegnung Nr. 10, Teil 1: Seit 7 Jahren wird allzu gerne Bezug
genommen auf ein Urteil, das in BENSHEIM gefällt wurde; inzwischen
ist die Rechtsprechung weitergegangen, und ist zu ANDEREN Erkenntnissen
gekommen. (ALLE Original-Gerichts-Urteilsbegründungen können
nach Absprache beim Verfasser eingesehen werden; aus Urheberrechts-Schutz-Gründen
dürfen sie nicht veröffentlicht werden; wir verweisen
aber in diesem Zusammenhang auf weitere, wichtige Informationsquellen:
www.wvao.org
und www.zva.de.
Bensheim: 1999
Nürnberg, Lippstadt, Gelnhausen, Schorndorf!
Kein Schadenersatzanspruch bei Abgabe einer Prismenbrille auf Berechtigungsschein
(30.12.2003)
Die Abgabe einer "Prismenbrille" ist keine heilkundliche
Tätigkeit. Schadensersatzanspruch abgewiesen (Amtsgerichts
Schorndorf - 6 C 265/02).
Erfreulicherweise
haben nunmehr bereits vier Amtsgerichte "Prismenklagen"
von offenbar von Augenärzten aufgewiegelten Augenoptikerkunden
abgewiesen.
Das Amtsgericht
Schorndorf hat am 11.November 2003 die Schadensersatzansprüche
eines Kunden abgelehnt und festgestellt, dass der Augenoptiker bei
der Abgabe der Brille mit prismatischer Wirkung keine heilkundliche
Tätigkeit ausübt (die dann nur den Augenärzten vorbehalten
gewesen wäre).
Der verklagte Augenoptiker mußte demzufolge auch nicht den
Kunden zunächst zur Abklärung der Notwendigkeit und Nützlichkeit
der Prismenabgabe zum Augenarzt schicken, so die weitere Begründung.
Zwar ist
auch in diesem Urteil keine Grundsatzentscheidung zu sehen, es zeigt
jedoch, dass immer mehr Gerichte Schadensersatzansprüche ablehnen,
wenn der Augenoptiker fachlich qualifiziert handelt.
Entgegnung 10, Teil 2 zur Behauptung 10, Teil 2: "daher zahlen
auch die Krankenkassen nur noch, wenn ein Augenarzt die Prismenbrille
verschreibt"
Wahr ist an dieser Behauptung nur, dass die meisten deutschen Krankenkassen
Prismenbrillen nur noch bezuschussen, die ein Augenarzt verschrieben
hat. Wie gering diese Zuschüsse ausfallen, entnehmen Sie folgender
Preistabelle (Stand 2006):
Prismen-Zuschüsse der Krankenkassen: 9,37€ minimal, 17,53€
maximal (selbst bei augenärztlicher Verordnung!!)
Für die Brillengläser variiert der Zuschuß bei den
am allerhäufigsten vorkommenden Brillenglasstärken zwischen
6,64€ und 11,16€.
MEHR ZAHLEN DIE KRANKENKASSEN SELBST BEI AUGENARZT-VERSCHREIBUNGEN
N I C H T !
Diese Information wird leider von den Krankenkassen in Telefonaten
nicht zugegeben; stattdessen wird schöngeredet: "Ja, wir
zahlen die Brillengläser, wenn ein Augenarzt die Brille verschreibt!"
Auf diese Weise entstand bei VIELEN Endverbrauchern leider eine
Erwartungshaltung, die den Tatsachen in keinster Weise entspricht.
Der Augenoptiker Benjamin Walther nennt nach der erfolgten Augenglasbestimmung
jeweils den EXAKTEN Euro-Betrag, den die Krankenkasse zahlen WÜRDE.
Außerdem händigt er eine Liste der 7 in Deutschland bekannten
Augenarztpraxen aus, in denen diese Meßmethodik angewendet
wird. Die von Leer aus am nahesten gelegene Praxis befindet sich
in Stade bei Hamburg, dort kostet die Eingangsuntersuchung 80€.
Wenn diese Kosten dann in Relation zum Zuschuß der Krankenkasse
gesetzt werden, fällt die Entscheidung leichter, was zu tun
ist.
Lesen Sie
bitte dazu die Ausführungen der Fachpresse, der "Deutschen
Optikerzeitung":
Zusammenfassung: Die neueste Rechtsprechung erlaubt nach wie vor,
dass dafür ausgebildete Augenoptiker Prismenbrillen ausmessen
und anpassen. Die (äußerst geringen) Krankenkassenzuschüsse
werden nur gezahlt bei vorliegender Augenarzt-Verschreibung.
Lesen
Sie hier ein Veröffentlichung von Georg Stollenwerk "Reizthema
Winkelfehlsichtigkeit"
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